Implantologie

Knochenaufbau – Sinuslift

Fehlende Zähne im seitlichen Oberkiefer? Und das bei wenig Knochen? Der Sinuslift ist das gängige Verfahren, um auch in der Kieferhöhle wieder ein ausreichendes Knochenlager zu schaffen.

Sind die Zähne im Oberkieferseitenzahnbereich verloren gegangen, so setzt unmittelbar ein Knochenabbau ein, der dazu führt, dass sich die Höhe des Restknochens reduziert. Bei stark fortgeschrittenem Knochenschwund bleibt oft nur eine dünne Knochenlamelle als Trennung zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle. Das Anheben des Kieferhöhlenbodens (sog. Sinuslift) ermöglicht es, ein ausreichendes Knochenlager zu erzeugen. Dabei wird der Raum der Kieferhöhle etwas verkleinert, um ein neues, knöchernes Lager zur Verankerung von Implantaten zu schaffen. Dies setzt gesunde Verhältnisse der Kieferhöhle voraus. Mittels dreidimensionaler Röntgentechnik (sog. Digitale Volumentomographie) lassen sich die Voraussetzungen für diesen Eingriff genau vorab bestimmen. Im Zweifelsfall sollte eine HNO ärztliche Untersuchung vorab erfolgen.

Das chirurgische Verfahren

Prinzipiell gibt es zwei unterschiedliche Verfahren. Das Vorgehen richtet sich nach dem vorhandenen Restknochenangebot. Ziel beider Verfahren ist das Anheben des Kieferhöhlenbodens in Verbindung mit einem Knochenaufbau. Hierbei wird die Schleimhaut, welche die knöcherne Kieferhöhle auskleidet, schonend vom Knochen gelöst. Der Zwischenraum kann dann mit einem Knochenaufbaumaterial und/oder körpereigenem Knochen gefüllt werden. Wenn möglich werden die Implantate in einem Eingriff mit dem Sinuslift eingesetzt. Bei diesem sogenannten einzeitigen Vorgehen können die Implantate während des Knochenaufbaus gesetzt werden. Der Zeitpunkt zur Verwendung der Implantate richtet sich dann nach dem Restknochenangebot und kann zwischen 4 und 6 Monaten variieren.

Bei großen Defekten des Knochens oder zu stark eingeschränkter Knochenhöhe, erfolgt das Setzen der Zahnimplantate erst nach einer längeren Einheilphase (5-9 Monate). Dieses Vorgehen nennt man einen zweizeitigen Sinuslift. Zusätzlich benötigen die beim zweiten Eingriff gesetzten Implantate dann noch einmal eine Einheilphase von ca. 3-6 Monaten bevor sie belastet werden können.

Postoperatives Verhalten nach einer Sinusliftoperation:

Zusätzlich zur Beachtung des Verhaltens nach Zahnimplantation sollten Sie beim Vorgehen der Sinuslift-Operation folgende

  • Druck auf die Kieferhöhle für 4-6 Wochen nach dem Eingriff unbedingt vermeiden!
    (z.B.: Schneuzen, Niesen, Schweres Heben, Tauchen, Fernreisen mit Flugzeug)
  • Rauchen sollte mindestens 7-10 Tage lang vermieden werden
  • Zu starken Druck auf die Wunde durch herausnehmbaren Zahnersatz vermeiden.
  • Die Einnahme der verschriebenen Medikamente beachten.
  • Erkältungen möglichst vermeiden.

Bitte beachten Sie, dass das Vorgehen der Sinuslift-Operation ein aufwändigeres Verfahren darstellt als eine Implantation in ausreichend vorhandenem Knochen.
Es können stärkere Schwellung und/oder Blutergüsse (Hämatome) in den Tagen nach der Operation auftreten. Diese können durch gute Kühlung und Beachtung der Verhaltensmaßregeln deutlich reduziert werden.